Leseübungen

Für junge Leser und Dichter

Lucie

 

Traurig blätterte die sechsjährige Lucie in dem schmalen Buch, das sie vor einigen Wochen von Oma bekommen hatte.

 

Oma hatte ihr das Buch gegeben und gesagt: „Hier können deine Freunde ihre Wünsche für dich reinschreiben. Bei uns hieß das früher Poesiealbum und war sehr beliebt. Heute nennt ihr es Freundschaftsbuch. Das finde ich viel spannender, denn in dein Freundschaftsbuch werden ja auch Fotos deiner Freunde geklebt. So bleiben sie dir immer in Erinnerung.“

 

Lucie hatte sich gefreut und das Geschenk mit in die Schule genommen. Doch keins der Kinder wollte ihr etwas in das kleine Büchlein schreiben.

 

„Du stinkst. Ich bin nicht deine Freundin. In dein Freundschaftsbuch schreibe ich gar nichts,“ hatte die blonde Lena aus der zweiten Klasse gesagt und die anderen Kinder hatten gelacht und „Lucie stinkt, Lucie stinkt“ gerufen.

 

Da hatte Lucie plötzlich einen dicken Kloß im Hals gespürt und gefühlt, wie warmes Wasser in ihre Augen gestiegen war. Schnell war sie weggelaufen und hatte sich in der kleinen Nische versteckt, die sich zwischen dem Schulgebäude und der angebauten Turnhalle befand.

 

Mittlerweile tropften die Tränen aus ihren Augen und liefen über das ganze Gesicht. Auch die Nase war ganz feucht geworden und Lucie musste immer wieder schniefen.

 

Sie dachte über Lena nach. Die Klassenkameradin war sehr schlank und trug jeden Tag ein anderes T-Shirt und die dazu passenden Schuhe. Sie hatte die Haare zu Zöpfen geflochten und sah wunderschön aus. Deshalb war sie bei den anderen Kindern sehr beliebt.

 

Lucie war, genau wie ihre Mutter, ein wenig pummelig. Ihr Papa war kurz nach ihrer Geburt gestorben und nun musste Lucies Mutter sie und ihre drei Geschwister allein großziehen.

 

Geld für neue Kleidung war nicht da. „Aber ich stinke nicht. Meine Sachen sind zwar nicht neu, aber immer sauber. Mama wäscht jeden Tag.“ Wütend flüsterte Lucie diesen Satz immer und immer wieder, während ihr Gesicht vom Weinen immer feuchter wurde.

 

Ein Taschentuch hatte sie nicht dabei, deshalb fuhr sie mit dem Ärmel ihrer Jacke über die Augen und die Nase, um die Tränen zu trocknen.

 

Plötzlich stand Theo vor ihr und schrie: „Lucie ist ne Heulsuse!“ Dann rannte er weg.

 

Schon wieder wurden die Augen heiß und sie musste weinen. Plötzlich fühlte sie eine warme Hand auf ihrem Arm. Laura, sie war das beliebteste Mädchen der ganzen Schule, die schon in die dritte Klasse ging, lächelte sie an. „Ich möchte deine Freundin sein und auch in dein Buch schreiben.“ Sie zog Lucie hoch. Hand in Hand gingen sie an den staunenden Erstklässlern vorbei und schon bald war Lucie umringt von Klassenkameraden, die in das Freundschaftsbuch schreiben wollten.

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Lucie
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Das Sommergedicht

 

 

 

Aufgabe: Schreibe ein eigenes Sommergedicht!

 

 

 

Dichte eine passende dritte Zeile! Mögliche Reimworte sind zum Beispiel: Eis, heiß, Greis, Kreis, Beweis, Schweiß

 

 

 

Es ist Sommer!

 

Die Sonnenblume blüht gelb, die Margerite ist weiß.

 

Die Vögel zwitschern, mal laut und mal leis.

 

 

 

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Es ist Sommer in Deutschland, dass es nur jeder weiß!

 

 

 

Versuche jetzt ein eigenes Sommergedicht zu schreiben!

 

 

 

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