Ersetzen Medikamente eine gesunde Lebensführung?

Insgesamt ist eine Steigerung der Arzneimitteltherapie um mehr als 5,2 Milliarden Euro erfolgt, wobei sich die Frage stellt, ob die Verschreibung dieser Medikamente wirklich notwendig ist.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Verordnung von Medikamenten für die Psyche enorm angestiegen, obwohl sich dies nicht durch eine medizinische Erklärung herleiten lässt. Aber auch bei den über 65-Jährigen steigen die Verordnungen rapide an. Hierbei wurde beobachtet, dass besonders im Bereich der Demenzerkrankungen Medikamente zur Beruhigung verstärkt eingesetzt werden.

In diesen Bereichen kann jedoch oftmals auf eine medikamentöse Behandlung verzichtet werden. Entspannungstechniken wie das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung sind geeignet Beschwerden, die zum Beispiel durch Prüfungsängste entstehen, zu vermeiden. Ähnliches gilt für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

 

Bei Demenzkranken haben sich Klangschalen zur Beruhigung als sehr hilfreich erwiesen.

 


Laut Arzneimittelreport 2016 der Barmer GEK verursachen biotechnisch hergestellte Medikamente 21 % der gesamten Arzneimittelkosten, wobei nur 4 % der Versicherten eine entsprechende Therapie benötigen und erhalten.

 

 

Da neue Präparate nicht nur hohe Kosten verursachen, sondern auch Risiken beinhalten, ist laut GEK eine ausdrückliche Überlegung einer Therapieentscheidung wichtig. Daher fordern die „Kassenärztlichen Vereinigungen“ in ihren Verordnungsempfehlungen und medizinischen Leitlinien eine besondere Überprüfung, bevor neue Medikamente verschrieben werden.

 

Dennoch nehmen die Verordnungen der biotechnisch hergestellten Medikamente unverändert zu, obwohl von den behandelnden Ärzten erwartet wird, auch wirtschaftliche Aspekte bei der Verschreibung von Medikamenten und Therapien zu beachten.

 

Laut GEK verteilen sich die Kosten auf nur 0,49 Prozent der Versicherten, was bedeutet, dass 50 % der Ausgaben
von 2,2 % der Versicherten verursacht werden. Besonders Kinder und Patienten ab dem 65. Lebensjahr bekommen von den behandelnden Ärzten vermehrt Medikamente verschrieben.

 

 

Allgemein kann gesagt werden, dass eine gesunde Lebensführung (Ernährung, Bewegung, Entspannung) in vielen Bereichen die Einnahme von, mit Nebenwirkungen behafteten, Medikamenten verhindern kann.